News-Archiv 2020

Neues Projekt zur besseren Integration von Roma und Ägyptern durch Mediation

5.11.2020

Help und das Ministerium für Menschen- und Minderheitenrechte haben der montenegrinischen Öffentlichkeit ein neues Projekt vorgestellt – „Soziale Inklusion von Roma und Ägyptern durch Mediation“.

In der Praxis bedeutet dies, dass Help in 11 montenegrinischen Kommunen Schulungen und Arbeit für Integrationsmitarbeiter organisieren wird, die Bürgern aus Roma und Ägypter (RE) Gemeinschaften den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen erleichtern und so ihre Lebensqualität erhöhen.

Tatjana Anđelić, Leiterin der Abteilung für europäische Integration, Planung und Implementierung von EU-Fonds im Ministerium für Menschen- und Minderheitenrechte, sagte, das Projekt sei sehr wichtig für Roma und Ägypter in Montenegro.

„Zunächst möchte ich betonen, dass wir dieses Projekt heute, am 5. November, dem Welttag der Roma-Sprache, vorstellen, und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um allen Mitgliedern der Roma-Bevölkerung in unserem Land und darüber hinaus zu gratulieren, für den Wunsch, ihre Sprache als ihr Erbe zu erhalten, zu pflegen und zu fördern, denn Sprache ist eine wichtige kulturelle Eigenschaft jeder Nation“, sagte Anđelić.

„Das Projekt wird zur Verbesserung des Wissens und zur Umsetzung der Antidiskriminierungspolitik durch kompetente Institutionen und Dienste – insbesondere auf lokaler Ebene – beitragen, und zwar durch Aktivitäten zur Stärkung der Verwaltungskapazität sowie durch Koordination, Mentoring und Vernetzung von Mitarbeitern im Bereich der sozialen Inklusion“, fügte die Regierungsvertreterin hinzu.

Wie sie sagte, hat sich die Regierung verpflichtet, Maßnahmen für eine schnellere und vollständige soziale Inklusion zu schaffen und umzusetzen sowie die wirtschaftliche Lage der RE Bevölkerung zu verbessern.

„Diese Politik enthält Maßnahmen und Aktivitäten, die durch die gemeinsame Arbeit aller relevanten Institutionen darauf abzielen, den Einzelnen und seine Familie zu unterstützen, denn auf diese Weise beschleunigen wir die Integration der Roma und Ägypter Gemeinschaften. Sie wissen, dass wir eine Strategie für die soziale Inklusion der Roma und Ägypter in Montenegro für den Zeitraum 2016 – 2020 verabschiedet haben, die auf den Grundsätzen Gleichheit, Nichtdiskriminierung und Chancengleichheit beruht. Montenegro ist ein Unterzeichnerstaat der Erklärung von Poznan, die die weitere Integration der Roma und Ägypter Gemeinschaften in unserem Land als Ziel definiert. Wir alle sind verpflichtet, die Antidiskriminierungspolitik durch die Achtung der Menschenrechte aller Bürger umzusetzen. Gleichzeitig ist eine gute Koordinierung aller relevanten Institutionen notwendig, insbesondere der Institutionen auf lokaler Ebene.“

Der regionale Koordinator von Help, Klaus Mock, stellte fest, dass einige Verbesserungen erzielt wurden, aber noch ein langer Weg zurückzulegen ist, um eine wirkliche Gleichstellung von Roma und Ägyptern zu erreichen.

„Die Marginalisierung hält an, und viele Roma und Ägypter sind in ihrem täglichen Leben nach wie vor mit einer Kombination aus unverhältnismäßiger Diskriminierung und sozioökonomischer Ausgrenzung konfrontiert. Wir von Help haben – zusammen mit lokalen und internationalen Partnern – in den letzten 20 Jahren in Montenegro daran gearbeitet, die Situation der Roma und Ägypter in den Bereichen Gleichberechtigung, Integration, Partizipation, Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und Wohnen zu verbessern.  Mit dem Start dieses neuen Projekts intensivieren wir unsere Bemühungen, den Zugang der Roma und Ägypter zu ihren Rechten zu fördern. Es ist unsere Erfahrung – die durch die Erfahrungen in anderen Ländern des Balkans gestützt wird – dass besondere Unterstützungssysteme für Roma und Ägypter erforderlich sind, um eine substanzielle Verbesserung ihrer Situation herbeizuführen“.

Dijamant Pajazitaj, der als RE Mediator für soziale Inklusion und Beschäftigung tätig ist und viel  Erfahrung bei Help gesammelt hat, betont, dass seine Erfahrungen zeigen, wie wichtig  Mediatoren für den Zugang zu sozialen Diensten sind um die Barrieren zu überwinden, mit denen diese Gemeinschaft konfrontiert ist.

„Es ist wichtig, Kontakte zu knüpfen und das Vertrauen der Gemeinschaft zu gewinnen, die wir dabei unterstützen, verschiedene Barrieren bei der Bewältigung alltäglicher Probleme und beim Zugang zu öffentlichen Einrichtungen zu überwinden. Unsere Rolle ist besonders wichtig, wenn es um Bildung, Beschäftigung, Sozial- und Gesundheitsfürsorge, auch für ältere Bürgerinnen und Bürger, sowie um die Überwindung der Sprachbarriere geht. Die Zusammenarbeit mit den Institutionen wurde von dem Moment an gut, als unsere Rolle in der Mediation anerkannt wurde. Ich möchte alle interessierten Mitglieder der RE Gemeinschaft einladen, sich für diese Ausbildung zu bewerben. Es ist eine Gelegenheit, an der Verbesserung ihrer eigenen Position, aber auch der Positionierung der gesamten RE Gemeinschaft zu arbeiten“, erklärte Pajazitaj.

Der Regionalkoordinator hat mit Stolz darauf hingewiesen, dass Help dieses Instrument 2014 als Teil des Hilfsprogramms für Roma und Ägypter die in Konik, Montenegro leben, eingeführt  hat.

„Wie Sie sehen, hat es schon eine ganze Weile gedauert – aber schließlich wurde die Standardisierung der RE Mediatoren abgeschlossen; sie sind nun ein anerkanntes ‚Instrument‘, und bereit, in allen Gemeinden mit einem signifikanten Anteil von Roma und Ägyptern eingeführt zu werden. Ich glaube, dass mit der Ausbildung von etwa 60 Roma und Ägyptern und der eventuellen Einstellung von 40 RE Mediatoren in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Beschäftigung echte Fortschritte im Leben der Roma und Ägypter Bevölkerung in Montenegro erzielt werden können“, sagte Klaus Mock.

„Die soziale Inklusion der Roma und Ägypter Gemeinschaften in Montenegro wird durch einen Ansatz verbessert, der die Erweiterung des Netzwerks qualifizierter Mitarbeiter einschließt und die Ausbildung und Arbeit von Mitarbeitern bei der sozialen Eingliederung von RE Männern und Frauen in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Beschäftigung in 11 Gemeinden in Montenegro ermöglicht: Bar, Berane, Bijelo Polje, Budva, Cetinje, Herceg Novi, Nikšić, Pljevlja, Podgorica, Tivat und Ulcinj“, sagte Projektkoordinatorin Dijana Anđelić, bei der Vorstellung des Projekts.

Das Projekt wird im Rahmen des gemeinsamen Programms für Beschäftigung, Bildung und Sozialschutz der Europäischen Union und Montenegros durchgeführt, verfügt über ein Budget von einer halben Million Euro und wird von der Europäischen Kommission finanziert.

Tatjana Anđelić, die Leiterin der Abteilung für Europäische Integration, erklärte, dass die Regierung von Montenegro sich voll und ganz der Schaffung und Umsetzung von Politiken für eine schnellere und vollständige soziale Inklusion sowie der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Roma und Ägypter in unserem Land verschrieben hat.

Die Pressekonferenz wurde in voller Übereinstimmung mit den erlassenen Maßnahmen zum Schutz vor der durch das COVID19-Virus verursachten Pandemie organisiert.

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